Was Banken bei der Digitalisierung oft unterschätzen

Was Banken bei der Digitalisierung oft unterschätzen

von Marcel Kastner, Geschäftsführer der FORT.SCHRITT GmbH

Digitalisierung beginnt nicht mit Software – sondern mit dem Verständnis für Prozesse, Menschen und Zusammenarbeit. Genau dort entscheidet sich, ob aus einer technischen Lösung auch eine nachhaltige Veränderung wird. Denn erst wenn Technologie sinnvoll in den Arbeitsalltag integriert wird, entsteht ein echter Mehrwert für Mitarbeitende, Organisation und Kunden.

Wenn über Digitalisierung im Bankenumfeld gesprochen wird, dreht sich die Diskussion meist sehr schnell um Technologien. Neue Systeme, Künstliche Intelligenz, Automatisierung oder moderne Plattformen stehen im Mittelpunkt. Das ist nachvollziehbar, schließlich müssen Banken und Sparkassen ihre Prozesse effizienter gestalten, regulatorische Anforderungen erfüllen und gleichzeitig den steigenden Erwartungen ihrer Kundinnen und Kunden gerecht werden.

Was dabei jedoch häufig unterschätzt wird: Die Technologie ist nur ein Teil der Lösung. Ob ein Digitalisierungsprojekt erfolgreich ist, entscheidet sich meist nicht an der Software selbst, sondern daran, wie gut sie in bestehende Prozesse, Organisationsstrukturen und den Arbeitsalltag integriert wird.

Digitalisierung ist weit mehr als die Einführung neuer Anwendungen. Sie verändert Prozesse, Verantwortlichkeiten und die Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen. Mitarbeitende müssen sich auf neue Abläufe einstellen, Entscheidungen werden anders getroffen und eingespielte Arbeitsweisen verändern sich. Deshalb betrifft Digitalisierung nicht nur die IT, sondern nahezu die gesamte Organisation.

Genau an dieser Stelle entstehen viele Herausforderungen. Ein modernes System verbessert einen Prozess nicht automatisch. Sind Anforderungen unklar formuliert, werden Fachbereiche zu spät eingebunden oder fehlen eindeutige Verantwortlichkeiten, entstehen Missverständnisse und zusätzliche Abstimmungen. Die Technik funktioniert zwar – der eigentliche Prozess dahinter jedoch oft nicht.

Viele Digitalisierungsprojekte beginnen mit einer klaren Zielsetzung, einer passenden technischen Lösung und einem durchdachten Projektplan. Trotzdem geraten Vorhaben im weiteren Verlauf häufig ins Stocken. Der Grund liegt meist nicht in der Technologie selbst, sondern darin, dass Veränderungen erst dann sichtbar werden, wenn neue Lösungen im Arbeitsalltag ankommen.

Gerade im Banken- und Sparkassenumfeld ist das besonders anspruchsvoll. Regulatorische Anforderungen, historisch gewachsene Prozesse und eng miteinander verzahnte Systeme sorgen dafür, dass selbst kleine Änderungen weitreichende Auswirkungen haben können. Was auf den ersten Blick wie eine überschaubare Prozessanpassung aussieht, betrifft in der Praxis häufig mehrere Fachbereiche, bestehende Schnittstellen und eingespielte Arbeitsabläufe.

Eine neue Anwendung verändert deshalb selten nur die Benutzeroberfläche. Sie verändert die Art und Weise, wie Menschen zusammenarbeiten, Entscheidungen treffen und Prozesse bearbeiten.

Ebenso entscheidend wie die technische Umsetzung ist deshalb die Kommunikation. Werden die betroffenen Fachbereiche frühzeitig eingebunden? Ist nachvollziehbar, warum sich ein Prozess verändert? Wurden Auswirkungen auf den Arbeitsalltag realistisch bewertet? Gibt es ausreichend Zeit für Tests, Abstimmungen und Wissenstransfer?

Gerade diese Fragen werden im Projektalltag häufig unterschätzt. Dabei beeinflussen sie maßgeblich, ob neue Lösungen akzeptiert und später tatsächlich genutzt werden. Denn selbst die technisch beste Anwendung entfaltet ihren Nutzen nur dann, wenn sie den Menschen die tägliche Arbeit erleichtert.

Die erfolgreichsten Projekte, die wir begleiten durften, hatten eines gemeinsam: Sie wurden nicht ausschließlich aus einer technischen Perspektive betrachtet. IT, Fachbereiche und Projektmanagement arbeiteten von Beginn an eng zusammen. Anforderungen wurden gemeinsam entwickelt, unterschiedliche Sichtweisen offen diskutiert und Entscheidungen transparent getroffen. So entstanden Lösungen, die nicht nur technisch funktionierten, sondern sich auch im Arbeitsalltag bewährten.

Das klingt selbstverständlich, ist in der Praxis jedoch oft die eigentliche Herausforderung. Digitalisierung bedeutet nicht nur, bestehende Prozesse zu modernisieren. Sie bedeutet vor allem, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln. Dabei geht es immer wieder um dieselben Fragen: Was ist technisch sinnvoll? Welche regulatorischen Anforderungen müssen berücksichtigt werden? Und vor allem: Was funktioniert später im täglichen Betrieb wirklich?

Aus unserer Sicht braucht erfolgreiche Digitalisierung deshalb vor allem Pragmatismus. Nicht jede Herausforderung erfordert die nächste große Plattform oder den Einsatz der neuesten Technologie. Häufig schaffen klar definierte Prozesse, eindeutige Verantwortlichkeiten und eine offene Kommunikation deutlich mehr Mehrwert als eine weitere technische Lösung.

Am Ende geht es nicht darum, möglichst viele Prozesse zu digitalisieren oder die modernste Software einzuführen. Entscheidend ist, Lösungen zu schaffen, die den Arbeitsalltag tatsächlich verbessern, die Zusammenarbeit erleichtern und langfristig funktionieren. Denn nachhaltige Digitalisierung entsteht dort, wo Technik, Prozesse und Menschen nicht getrennt voneinander betrachtet werden, sondern als ein gemeinsames Ganzes.

Autor: Marcel Kastner

Ihr habt Interesse und möchtet mit uns sprechen? So erreicht ihr uns:

📞 +49 6201 4693700  

📧 kontakt@fortschritt-gmbh.de 

 

FORT.SCHRITT GmbH
Bergstraße 49 · 69469 Weinheim
Telefon: +49 6201 46 93 700


kontakt@fortschritt-gmbh.de

Von digital zu hybrid – Wie Banken den nächsten Schritt in der Kundenberatung gehen 

Von digital zu hybrid

- WIE BANKEN DEN NÄCHSTEN SCHRITT IN DER KUNDENBERATUNG GEHEN

In den letzten Jahren haben viele Banken massiv in digitale Angebote investiert – Online-Banking, Apps, Videoberatung. Doch bei aller Effizienz zeigt sich: rein digitale Beratung stößt an Grenzen. Kund:innen erwarten heute Flexibilität, Nähe und Individualität – und genau das bietet die Hybrid-Beratung.

 

Warum Hybrid-Beratung?

Kund:innen wollen selbst entscheiden, wann, wie und über welchen Kanal sie mit ihrer Bank in Kontakt treten. Sie wünschen sich: 

    • einfache, schnelle, unbürokratische Lösungen bei Standardthemen 
    • Beständigkeit und persönliche Ansprechpartner bei komplexen Anliegen 
    • die Möglichkeit, zwischen digitaler und persönlicher Beratung zu wechseln 

Hybrid-Beratung verbindet das Beste aus beiden Welten – die digitale Erreichbarkeit mit der menschlichen Kompetenz.

Der Weg zur Hybrid-Beratung: Von der Idee zur Umsetzung 

Viele Institute fragen sich: Wie schaffen wir den Sprung von digital zu hybrid? 
Die Antwort liegt in einem klar strukturierten Transformationsprozess, der Strategie, Technik und Menschen zusammenbringt. 

1️⃣ Analyse der Ist-Situation 

Gemeinsam mit Fach- und Führungskräften wird zunächst ermittelt, wo die Bank aktuell steht – organisatorisch, technisch und kulturell. Eine strukturierte Befragung und Workshops schaffen ein gemeinsames Verständnis der Ausgangslage. 

2️⃣ Zielbild definieren 

Im nächsten Schritt wird das Zielbild „Hybrid-Beratung“ entwickelt: 
Wie sollen Kund:innen künftig beraten werden? Welche Kanäle und Tools werden genutzt? Welche Rollen brauchen wir?                                                                                    Dabei geht es nicht (nur) um „mehr Digitalisierung“, sondern darum, ausgehend von der aktuellen Situation zu entwickeln, wohin die Bank oder Sparkasse strategisch will. Das Zielbild beschreibt also den gewünschten Reifegrad und die Etappen dorthin – zum Beispiel eine schrittweise Ausweitung der Videoberatung an jeden Arbeitsplatz der Privatkundenberatung und später auch in die Firmenkundenberatung. 

Dieses Zielbild wird zur Leitplanke für alle weiteren Schritte. 

3️⃣ GAP-Analyse & Maßnahmenplan 

Durch den Abgleich von Ist-Zustand und Zielbild entstehen konkrete Handlungsempfehlungen – vom Datenschutz über die Arbeitsplatzgestaltung bis hin zur Mitarbeiterbefähigung. Daraus wird ein Umsetzungsplan mit klaren Meilensteinen entwickelt. 

4️⃣ Umsetzung, Training & Coaching 

In der Praxisphase werden die Maßnahmen umgesetzt und die Mitarbeitenden befähigt, die neue Beratungsform sicher anzuwenden. Trainings und Coachings helfen, Mindset und Routine in die hybride Arbeitsweise zu integrieren. 

5️⃣ Review & Ergebnissicherung 

Zum Abschluss wird überprüft: 
Was hat gut funktioniert? Wo besteht Nachjustierungsbedarf? So entsteht eine nachhaltige Verankerung im Beratungsalltag. 

Erfolg durch Struktur und Beteiligung 

Hybrid-Beratung ist kein technisches Projekt – sie ist ein Kulturwandel. Erfolg entsteht, wenn alle Beteiligten – von der Vertriebssteuerung über die Organisation bis hin zu den Berater:innen – eingebunden werden. 

Das Ergebnis: 

    • höhere Reichweite 
    • stärkere Kundenbindung 
    • attraktivere Arbeitgebermarke 
    • nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit 

Der Schritt von digital zu hybrid ist kein Sprint, sondern ein bewusster Wandel. Wer ihn konsequent geht, vereint digitale Effizienz mit der persönlichen Stärke der Filialberatung – und gestaltet die Bank der Zukunft.

Autor: Sandra Edelmann

Ihr habt Gesprächsbedarf? So erreicht ihr uns:

 

📞 +49 6201 4693700  

📧 kontakt@fortschritt-gmbh.de 

FORT.SCHRITT GmbH
Bergstraße 49 · 69469 Weinheim
Telefon: +49 6201 46 93 700


kontakt@fortschritt-gmbh.de

Online-Beratung richtig angehen

Online-Beratung richtig angehen

Interview mit Sandra Edelmann

Ist Online-Beratung ein alter Hut? Könnte man zumindest meinen, wenn man bedenkt dass dieses Thema seit Jahren seinen festen Platz in der Aufzählung der Vertriebskanäle von Banken innehat.

Doch ist es zumeist dabei geblieben, diesen Kanal „zu haben“. Es fehlt an Integration in das Beratungsangebot, an strategischer Herangehensweise und Ausrichtung am Kunden.

Dabei muss es aber nicht bleiben. Es gibt einige Stellschrauben an denen gedreht werden kann. Warum Banken dies tun sollten, und welche das sind, erklärt unsere Kollegin Sandra im Interview mit dem BankBlog.

Link zum Beitrag: „Es gibt das klare Bedürfnis nach Online-Angeboten.“

FORT.SCHRITT GmbH
Bergstraße 49 · 69469 Weinheim
Telefon: +49 6201 46 93 700


kontakt@fortschritt-gmbh.de

Online-Beratung – Raus aus der Komfortzone

Raus aus der Komfortzone!

Online-Beratung strategisch angehen

Unsere Kollegin Sandra hat in dem Fachmagazin finanzwelt.de einen Gastbeitrag zum Thema „Online-Beratung“ veröffentlicht. Ein alter Hut, sollte man meinen. Aber weit gefehlt.

Seit Jahren verfolgen Banken und Sparkassen das Ziel, die Online- und Mobile-Beratung auszubauen und als Kanal zum Kunden intensiver zu nutzen. Da die Konkurrenz in Form von Fintechs & Co. nicht schläft, sollten Institute nicht länger warten und lieber heute als morgen loslegen. Wie das am besten funktioniert, könnt ihr in dem Artikel nachlesen.

Hier geht es zum Beitrag: Online-Beratung – Raus aus der Komfortzone

 

FORT.SCHRITT GmbH
Bergstraße 49 · 69469 Weinheim
Telefon: +49 6201 46 93 700


kontakt@fortschritt-gmbh.de